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Unsere aktuellen Arbeitskreise

Alle Arbeitskreise gestalten ihre Arbeit autonom und erhalten dazu selbst zu gestaltende Internetauftritte im Rahmen der Homepage der GPTG. Die AKs treffen sich in eigener Absprache. Zwischen diesen Sitzungen arbeiten sie zu verabredeten Themen und stellen die Ergebnisse ihrer Arbeit auf den Tagungen der GPTG e.V. vor.



AK Vernetzte Hilfen für Geflüchtete

Leitung: Maria Prochazkova, Sarah Gaida

Krieg, Flucht und Exil gehen für viele Menschen mit psychisch traumatisierenden Erfahrungen einher. Das Risiko von Traumafolgestörungen ist begrenzbar.
Die Möglichkeiten für Sekundärprävention und Psychotherapie hängen vom Grad der Sicherheit ab, den die Betroffenen in gesundheitlicher, familiärer, sozialer und beruflicher Hinsicht im Zufluchtsland erleben dürfen. Die Qualität der Hilfsangebote steht und fällt mit ihrer Kooperation und Vernetzung untereinander. Auf jeder Stufe der Unterstützung ist traumaspezifische Kompetenz erforderlich, die wir gemeinsam stärken können.
Das Berliner Regionaltreffen findet jeweils am 3. Mittwoch im Monat um 19:30 Uhr in Berlin-Charlottenburg statt. Interessierte Mitglieder können sich bei Sarah Gaida per E-Mail s.gaida(at)gptg.eu anmelden.
Überregional gibt es eine Mailingliste, auf die Sie sich bei Interesse am Austausch von weiteren Informationen setzen lassen können.



AK "Zeugenaussagen nach Gewalt- und Sexualdelikten"

Leitung: Achim Grube Dipl.-Päd.

Der Arbeitskreis Zeugenaussagen diskutiert und dokumentiert Möglichkeiten zur Vernehmung und Begutachtung traumatisierter Menschen.
Dieses Thema erscheint uns wichtig, weil es immer noch erhebliche Unterschiede in der Qualität der Begutachtung gibt und es für Opferzeugen immer noch vermeidbare Hürden gibt, sich vernehmen und die Spuren der erlebten Gewaltdelikte ausreichend sichern zu lassen. Während manchmal längst bekannte wissenschaftliche Kenntnisse unberücksichtigt bleiben, fehlt es in anderen Fällen an angemessenen Ausführungsvorschriften und Qualitätsstandards. Für die Ausführenden Sachbearbeiter und Fachleute wird die Orientierung dadurch erschwert, dass die Forschungslage von diametral entgegengesetzten Interessen geprägt ist und es sehr viel Zeit und Sachverstand erfordert, die aktuellen Forschungsergebnisse richtig zu gewichten, zu bewerten und zusammenzufassen. Da die aktuelle Kontroverse über die Aussagefähigkeit und Glaubhaftigkeitskriterien weitreichende Konsequenzen für die Betroffenen hat und zu psychotherapeutischen Versorgungslücken führt, sichtet der Arbeitskreis die Studienlage insbesondere in Hinblick auf Opferzeugen, die psychotherapeutische Versorgung benötigen.
In diesem Zusammenhang beschäftigen wir uns mit Fragen wie: Verändert eine posttraumatische Störung oder Psychotherapie die Glaubhaftigkeit von Gewaltopfern? Wie kann die Vernehmung bei der Polizei auf der Grundlage psychotraumatologischer Kenntnisse verbessert werden?
Da die Antworten auf solche Fragen oft nicht in der beruflichen Ausbildung vermittelt werden, beschäftigt sich der Arbeitskreis auch mit dort erforderlichen Ausbildungsstandards und Fortbildungsinhalten. Wir diskutieren die Weiterentwicklung der bisherigen Leitlinien und halten die Einbeziehung aller relevanten Fachgesellschaften, Fachstellen und Berufskammern für sinnvoll.



AK "EMDR-Didaktik"

Leitung: Oliver Schubbe Dipl.-Psych.

Eye-Movement Desensitization and Reprocessing wurde am 3.1.2015 in den Leistungskatalog der deutschen Krankenkassen aufgenommen. Von einem Tag auf den anderen wurden 200 Ausbildungsinstitute für VT, TP bzw. AP autorisiert, Kassentherapeuten die zur Abrechnung von EMDR erforderliche Zusatzqualifikation zu vermitteln. Diese Institute wählen nun für ihre EMDR-Seminare qualifizierte Dozenten. Damit vervielfacht sich zur Zeit der Kreis der EMDR Lehrenden.
Die EMDR-Fachgesellschaft war bis zu diesem Zeitpunkt die unangefochtene Autorität für die Auswahl der Lehrkräfte für EMDR. Unter den entsprechend akkreditierten Trainern gab es eine lebendige Diskussion über didaktische Formen und Lehrinhalte wie zum Beispiel die Einbettung von EMDR in verschiedene Therapieverfahren, die Reihenfolge und Bedeutung einzelner EMDR-Schritte, die Geschwindigkeit der Rechts-Links-Stimulierung oder die Betreuung der Selbsterfahrungsübungen. Diese Diskussion war wichtig, um die Inhalte auf dem Laufenden zu halten.
Es besteht die Gefahr, dass die über Jahrzehnte entwickelte Tradition der Lehre abreißen oder zwischen den Richtlinienverfahren Spaltungen erleiden könnte. Deshalb hat sich dieser AK „EMDR-Didaktik“ zum Ziel gesetzt, die Kontinuität und Qualität der Lehre von EMDR im lebendigen Austausch der Lehrenden untereinander aufrecht zu erhalten. Der Arbeitskreis bietet den Dozentinnen und Dozenten aller in Deutschland staatlich anerkannten Ausbildungsinstitute für Psychotherapie die Möglichkeit, an die vorhandene Diskussion und Lehrtradition Anschluss zu finden. Umgekehrt fordert der Arbeitskreis von den Teilnehmenden eine Verpflichtung zu einer gemeinsamen Qualitätssicherung. Neue Mitglieder sind willkommen und können sich in der Geschäftsstelle für den Arbeitskreis anmelden.



AK "Menschenrechte"

Der AK Menschenrechte beschäftigt sich mit Menschenrechten und Gerechtigkeit. Gerechtigkeit bedeutet in diesem Zusammenhang das Recht von Überlebenden, Angehörigen und der Gesellschaft auf Wahrheit, Erinnerung, Rechenschaft und eine umfassende gesellschaftliche Rehabilitierung. In den meisten Ländern herrscht offiziell eine „Null-Toleranz-Haltung“ gegenüber Menschrechtsverletzungen wie Folter, es wird aber mit allen Mitteln versucht, diese zu leugnen und zu vertuschen. Dabei wissen die Verantwortlichen, dass die meisten Fälle sehr schwer nachweisbar sind, weil es kaum Spuren und außer den Opfern keine Zeugen für die Tat gibt.
Überlebende haben kaum eine Chance, auf die eigene Situation öffentlich aufmerksam zu machen, geschweige denn rechtliche Wege zu beschreiten, um den oder die Täter zur Rechenschaft zu ziehen und Entschädigungen für das Erlittene zu erhalten. Auch dort, wo mittlerweile Folter nicht mehr zur systematischen Anwendung kommt, fehlt in der Regel die notwendige gesellschaftliche Anerkennung für vergangene Folter, Vergewaltigungs- und Menschenhandel.
Der AK beschäftigt sich mit dem Istanbul-Protokoll als dem ersten von den Vereinten Nationen angenommenen Standard zur Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen und mit den dort enthaltenen medizinischen, psychotherapeutischen und juristischen Methoden zur Diagnostik und Dokumentation. Der AK dient der Vernetzung von Mitgliedern aller Berufsgruppen und der Diskussion und Umsetzung dieser und ähnlicher Standards.



AK "Ethische Fragen in der Psychotherapie und Traumatherapie"

Leitung: Enrico Barbiero - Dipl.-Theol., M.A. Phil., Heilpraktiker für Psychotherapie

„In Wahrheit nützt mir nicht, was mir allein nützt, sondern was dem Mitmenschen, der Gemeinschaft, der Gesellschaft nützt.“ (C. F. von Weizsäcker) – Wozu Ethik in der Psychotherapie und Traumatherapie?
Ethik in der Psychotherapie ist zunächst von den Begriffen her eine Verbindung von philosophisch-anthropologischem Denken mit konkreter psychotherapeutischer Praxis. Eine solche Verbindung ist verheißungsvoll, weil die Praxis sich erhoffen kann, eine ethische Orientierung zu erhalten. Und eine ethische Orientierung tut Not, wenn die Therapeutin bzw. der Therapeut sich in der Praxis schwierigen Themen wie Selbst- und Fremdgefährdung, Suizidalität, Kriminalität, Täter-Opfer-Problematik, Schwangerschaftsabbruch etc. widmen muss. Hier ist neben der therapeutischen Kompetenz auch eine ethische Expertise vonseiten der Therapeutin bzw. des Therapeuten gefragt.
Die Psychotherapie hat nicht nur mit dem Körper oder der Seele der Klientin bzw. des Klienten zu tun, sondern auch mit dem Menschen als Person. Hierzu bedarf es einer ganzheitlichen Sichtweise. Das heißt, die Klientin bzw. der Klient wird als Person ganzheitlich betrachtet: dies beinhaltet die somatische (Leib), psychische (Seele), noetische (Geist, Sinn, Religiosität) und soziale (Mitwelt, Umwelt) Dimension des Menschseins.
Bei allen Krisen und psychischen Erkrankungen ist das Zusammenspiel somatischer, psychischer, geistiger und sozialer Aspekte zu beachten, weil eine einseitige Sichtweise nur die Behandlung des Einzelsymptoms zum Schwerpunkt hätte. Bei der Entstehung von Krisen und psychischen Erkrankungen spielen fast immer unterschiedliche Faktoren eine Rolle. Daher sollte eine ganzheitliche Psychotherapie ein integratives Psychotherapiekonzept beinhalten unter Berücksichtigung von Methoden aus den verschiedenen therapeutischen Richtungen wie Tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Logotherapie und Existenzanalyse, Therapeutische Seelsorge, Katathym-imaginative Psychotherapie, Krisenprävention und -intervention, Entspannungsverfahren und andere Verfahren.
Die ganzheitliche Psychotherapie versteht Krisen und psychische Erkrankungen als Störung des Gleichgewichts zwischen Körper, Seele, Geist und Sozialem. In den therapeutischen Behandlungen ist es wichtig, neben der psychischen Krise und Erkrankung, primär den Menschen als Person mit seinen Bedürfnissen nach würdevoller Achtung, Halt, Geborgenheit und Fürsorge sowie nach Orientierung und Sinn in den Vordergrund zu stellen. Der in Not geratene Mensch ringt um seine Lebensmotivation und Lebensfreude. Er sucht nach etwas in seinem Leben, das ihn wieder glauben, hoffen und lieben lässt. Und darin möchte die Ethik in der Psychotherapie eine Unterstützung und eine Orientierung anbieten.
„Nachdenklich machen ist die tiefste Art zu begeistern.“ (A. Schweitzer) – und dies trifft für die Ethik in der Psychotherapie in besonderer Weise zu. Nur wenn es gelingt, den Menschen nachdenklich zu stimmen, wird man dem Potenzial, das die Ethik in der Psychotherapie in sich birgt, gerecht – und zwar gilt dies für den Klienten wie für den Therapeuten. Das heißt nicht, dass die Therapeutin bzw. der Therapeut nun Ethik studieren muss, aber es ist dennoch deren Aufgabe, sich mit ethischen Fragen innerhalb der Psychotherapie und Traumatherapie auseinanderzusetzen. Man stößt auf die Konflikte in der therapeutischen Arbeit dann nicht mehr ganz unvorbereitet.
Hierzu möchte der Arbeitskreis „Ethische Fragen in der Psychotherapie und Traumatherapie“ Hilfestellungen, Reflexionshilfen und sich als Ansprechpartner anbieten.



AK "Entwicklung traumagerechter Arbeitsprinzipien"

Leitung: Nikola v. Saint Paul Dipl.-Psych.

Die grundlegenden Erkenntnisse aus Neurobiologie und Psychotraumatologie werden zusammengefasst und traumagerechte Prinzipien psychotherapeutischen Handelns werden aus ihnen abgeleitet.

Ziel ist es, ein Grundverständnis der Psychotraumatologie vermittelbar zu machen, das für Psychotherapeutinnen handlungsleitend werden kann, auch wenn diese sich nicht als "Traumatherapeuten" im engeren Sinn qualifizieren wollen oder keine speziellen traumatherapeutischen Techniken erlernen möchten. Traumatisierte Klientinnen kommen in jede psychotherapeutische Praxis - auch wenn ganz andere Probleme im Vordergrund stehen - und es ist unverzichtbar mit dieser Problematik adäquat umgehen zu können. Bis heute ist die Psychotraumatologie kein verpflichtender Bestandteil in den psychotherapeutischen Ausbildungscurricula. Es gibt bei weitem noch nicht genügend Kolleg/inn/en, die sich in Traumatherapie weiterqualifiziert haben und es herrscht ein Vakuum zwischen dem Problembewusstsein und einer allgemeinen Handlungskompetenz.

Die Gefahr der "Retraumatisierung in der Therapie", die in den letzten Jahren vielfältig beschrieben wurde, hat mitunter in eine große Hilflosigkeit geführt. Dies hat dazu beigetragen, dass Problematiken, die offensichtlich mit Traumata zusammenhängen, aus etlichen Therapien ganz ausgespart wurden. Dabei wird das Kind mit dem Bade ausgeschüttet. Wichtig wäre es hier, einen guten und wissensbasierten Umgang mit der Situation zu entwickeln. Die Patienten dürfen mit traumatischen Erinnerungen, die im Lauf einer Therapie zutage treten, nicht allein gelassen werden. Durch einen achtsamen, traumagerechten Umgang und ein ressourcenorientiertes Vorgehen sind viele dieser Erinnerungen durchaus zu verarbeiten (gut ist es, sich zu vergegenwärtigen, dass die meisten Traumata im Lauf der Zeit mit der ganz normalen Unterstützung des sozialen Umfeldes bewältigt werden). Gleichsam muss natürlich auch erkannt werden, wann die eigenen Kompetenzen überschritten sind und man an eine speziell ausgebildete Kollegin weiter verweisen sollte.

Interessierte an dieser Thematik sind eingeladen, sich als Mitglieder dieses AKs an der Diskussion und Entwicklung grundlegender traumagerechter Arbeitsprinzipien zu beteiligen.



AK "Brainspotting"

Leitung: Oliver Schubbe Dipl.-Psych., Achim Grube Dipl.-Päd.

Brainspotting (von brain = Gehirn und spotting = etwas ausfindig machen) ist eine psychotherapeutische Methode zur Steuerung der Aufmerksamkeit auf explizite und implizite Gedächtnisinhalte, zur Ressourcenaktivierung und Traumaverarbeitung.
Sie wurde 2003 von David Grand entwickelt. Die klientenzentrierte Methode geht davon aus, dass Gedächtnisinhalte und korrespondierende neuronale Erregungsmuster über die Blickrichtung aktiviert werden können.
Mit Brainspotting arbeitende Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten treffen sich quartalsweise von 10 bis 12 Uhr in der oberen Etage des Schwarzen Cafés in der Kantstrasse 148 in 10623 Berlin. Mitglieder, die sich über Brainspotting austauschen oder und noch mehr kollegial vernetzen wollen, sind zu diesen informellen Frühstückstreffen eingeladen. Überregional existiert eine Brainspotting-Mailingliste.